| Menschen Sterben nicht |
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solange man sie im Herzen nicht vergisst.
Diesen Text schreibe ich um einen Menschen in Erinnerung zu halten, welcher in meinem und vielen anderen Leben eine große Rolle gespielt hat. Ich fange am Besten ganz von Vorne an. Es war vor einigen Jahren ich glaube so ca. 9 oder 10 , ich war damals gerade vom Klettervirus infiziert worden, hatte jedoch noch keine Ahnung worum es bei diesen Sport ging. Ich kannte noch keinen, von den Menschen die heute meine Besten Freunde geworden sind. Eigentlich hatte ich mir geschworen nie wieder dieses Schulgebäude zu betreten
und doch spazierte ich damals, drei Jahre später , im dunkel der Nacht den Hügel hinauf. So weit hatte mich das interesse getrieben. Ich betrat die Kletterhalle und setzte einen Blick auf als würde ich mich bestens auskennen, in wirklichkeit war ich gleich grün hinter den Ohren wie der Bodenbelag der Sporthalle hinter der Kletterwand Ich sah mich um und sah ein paar Leute in Gurten und mit Seilen. Nachdem ich meinen Eintritt bezahlt hatte begann ich am Fuß der Wand herumzubouldern . Plötzlich sah ich einen Typen , braungebrannt und unglaublich durchtrainiert, der unter wildem Schnaufen mit den Griffen im Grossen Dach kämpfte. Ich dachte mir nur , so sieht ein Weltmeister im Klettern aus. Im darauffolgenden Sommer hörte ich von einem Klettergebiet direkt bei Villach. Auf eigene Faust begann ich zu suchen und nach ein paar Stunden hatte ich es auch gefunden , Warmbad . Ich näherte mich der Wand im unteren Sektor. Da sah ich ihn wieder den "Weltmeister" wieder schnaufte er, aber diesmal war er mitten in der Wand und schien sich an Griffen einzuhalten die nur er sehen konnte ich sah nur eine Glatte Wand. Als er mich sah schrieh er "Grias di" . Da war ich wirklich stolz. Ich meine wie oft wird man von einem Weltmeister begrüsst
Die Zeit verging und irgendwann als ich auch in der Lage war ein oder zwei Griffe in Warmbad einzuhalten , lernte ich meinen "Weltmeister" kennen. Es war "Wolfi". Ich erfuhr ,dass er eigentlich kein Weltmeister war, das war mir aber egal. Irgendwann fragte er mich ob ich mit ihm mit ins Alpine gehen wolle. Das überlegte ich mir nicht zweimal. Ein paar Tage späte waren wir am Parkplatz bei der Koschuta. Nachdem wir unser Material im Rucksack verstaut hatten ging es los. Was heist "ging" ich kannte Wolfi damals noch nicht aber jeder der ihn besser kannte, wusste ,dass Wolfi nie ging. Er lief. Naja ich wollte nich im Wald zurückbleiben also lief ich mit. Nachdem wir alle Leute die irgendwann vor uns losgingen überholt hatten, dachte ich Wolfi würde langsamer werden. Aber nein. Unter Der Wand angekommen war ich einem Kreislaufzusammenbruch nahe. Wolfi hatte nicht einmal eine Schweissperle auf der Stirn. Ich dachte nur "der Typ musste Weltmeister im Berglaufen sein" . An jenem Nachmittag lernte mir Wolfi wie man beim Alpnikletten Sichert , sich fortbewegt und er zeigte mir eine der schönsten Seiten des Kletterns. Ich saß in meinem Gurt im dritten Standplatz und sah zwischen meine Füsse hinunter in die Tiefe und ich hatte wirklich Angst. Doch Wolfi neben mir sah total entspannt aus und meinte nur. "So hez steigts du fua" . Meine Füsse zitterten meine Hände schwitzten als ich loskletterte. Am liebsten wäre ich beim Stand geblieben, aber irgendwie wollte ich ihm beweisen, dass ich es kann. Und so nahm ich einen Griff nach den Anderen in die Hand un bewegte mich immer weiter nach obern. lch klickte eine Expressschlinge in den Haken hängte die Halbseile ein sah hinunter und wusste, mir passiert nichts, weil Wolfi mich sichert. Mit jeden Zug wurde meine Angst kleiner . An diesem Tag sind wir so gut wie jede Seillänge an dieser Wand geklettert. Am Abend tranken wir im Gasthaus zusammen ein Bier und erzählten was wir gemacht hatten. Ich fühlte mich unsterblich.
Immer öfter ging ich mit Wolfi klettern, er lernte mir Eisklettern und alles was man im Alpinen benötigt. Er hat mir aber vorallem auch gezeigt, dass man zu viel Mehr in der Lage ist als man sich zutraut, wenn man nur an sich glaubt, und hart genug arbeitet. Irgendwann konnte ich beim Sportkletter mit Wolfi mithalten und dann konnte ich ihn endlich einmal ein paar tricks bei Routen verraten. Wir saßen in Warmbad zusammen tranken Kaffee, lachten und diskutierten. Momente an denen es nichts anderes gibt als das Jetzt und hier. Beim Klettern hatte ich es vieleicht geschafft mit ihm mitzuziehen, aber bei allen anderen Diszipinen, Eisklettern, Skitouren oder Laufen, da komme ich mir heute noch vor wie der kleine Junge damals in der Kletterhalle in St.Martin. Heuer zu Silvester gingen wir zusammen eine Schitour im Kaltwassertal. Obwohl Wolfi im knietiefen Pulverschnee Spurte, kam ich nur mit gößter Mühe nach. Ich dachte mir andauernd, "einmal, für einen Tag nur seine Fitness haben" . Wir waren danach noch oft Eisklettern und jedesmal lernte ich mehr und mehr von ihm. Ich hatte die heurige Eisklettersaison schon beendet, als ich eines Morgens erfuhrt, dass Wolfi beim Eisklettern ums Leben kam.
Jetzt sitze ich hier, ein Monat später an meinem Schreibtisch, und kann es immer noch nicht wirklich begreifen. Es ist als könnte Wolfi jeden Moment bei mir anrufen und mich fragen ob ich am Wochenende Lust hätte mit ihm klettern zu gehen. Manchmal kommt es mir vor als wäre er ein Baum gewesen, dessen kräftige Wurzeln tief ins Erdreich gingen, die irgendwie mit jedem von seiner Familie, Freundin und Freunde verbunden waren. Ich kann nicht ändern was passiert ist, niemand kann das.
Menschen sterben nicht............. |
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